Erfolgreicher Liebesurlaub in Tschechien.

März 2026 – Hochbedrohter Amurleopard Baikal Vater von drei Welpen.

Der Amurleopard Baikal aus dem Tierpark Nordhorn war in den letzten Monaten im Zoo Olomouc in Tschechien und sollte dort mit einem Leopardenweibchen für Nachwuchs sorgen. Der Amurleopard ist die bedrohteste Großkatze der Welt. Nur noch knapp über 120 Tiere leben im angestammten Lebensraum im Grenzgebiet zwischen China und Russland. Die Zoos in Europa führen zusammen ein Erhaltungszuchtprogramm, um diese faszinierende Art vor dem Aussterben zu retten.

So nahm im letzten Jahr der Zuchtbuchkoordinatorin aus Berlin Kontakt mit dem Tierpark Nordhorn mit der Bitte auf, dass der Nordhorner Kater Baikal sich in Tschechien vermehren soll. Dort war eine Katze aus Kanada frisch eingetroffen. „Das ist quasi Tinder für bedrohte Arten, nur sehr viel professioneller, weil hier nach Artenschutzkriterien entschieden wird“, so Nordhorner Kurator Dr. Dirk Wewers.

Denn für bedrohte Arten betreiben die europäischen Zoos gemeinsam sogenannte Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP), in denen die einzelnen Tiere mit ihren individuellen Daten erfasst sind. Ziel ist die Erhaltung eines breiten und genetisch überlebensfähigen Tierbestandes. Ein oder mehrere Koordinatoren erfassen die Daten aus den einzelnen Zoos und koordinieren die Erhaltungszucht. So auch bei den Amurleoparden. Über dieses Zuchtbuch wurde insbesondere auch genetisch geprüft, welche der rund 200 Tiere im Zuchtbuch gut zueinander passen würden. Und dann gab es im vergangenen Jahr die Reiseempfehlung für Baikal nach Tschechien.

Nun sind drei Jungtiere erfolgreich zur Welt gekommen und damit steht – voraussichtlich im Mai – auch die Rückreise von Kater Baikal in seinen Heimatzoo Nordhorn an. Im Nordhorner Familienzoo ist man „super happy“ und in Olomouc natürlich noch viel mehr, dass dieser Liebesurlaub so erfolgreich verlaufen ist. Es ist immerhin auch die erste Nachzucht, sowohl für den Kater als auch für die Katze.

Im Tierpark Nordhorn arbeitet man derweil weiter unter Hochdruck an dem Neubau der Leopardenanlage, um auch selbst in den nächsten Jahren wieder aktiv an der Erhaltungszucht teilnehmen zu können und so, quasi als Arche-Noah-Funktion, diese faszinierenden Tiere vor dem Aussterben zu retten. Dies betont auch Zoodirektor Dr. Nils Kramer: „Die Notwendigkeit von Zoos und Zuchtbüchern wird leider immer größer angesichts der Ausrottung vieler Arten weltweit. Der Artenschutz ist einer der Grundpfeiler der Arbeit moderner Zoos!“