Februar 2026 – Frühlingsboten wurden gesichtet.

Eigentlich kamen sie in den letzten Jahren immer früher aus ihren Winterquartieren zurück, so dass bereits Ende Januar die ersten Rückkehrer-Störche im Tierpark Nordhorn gesichtet
werden konnten. In diesem Jahr hat uns der Winter allerdings fest im Griff, so dass die hübschen Schreitvögel ihre Ankunft um 14 Tage nach hinten verlegt haben. Das Problem sind dabei nicht die vorherrschenden Temperaturen, sondern die fehlenden Nahrungsquellen. Mit Ausnahme der Vechtehofstörchin „Oma“ zählen die Weißstörche im Familienzoo zur Wildpopulation und werden daher nicht gefüttert. Ein guter Grund also, um noch ein paar Tage länger in schnee- und eisfreien Regionen zu verbleiben.

Nun scheint es aber loszugehen mit dem „Run“ auf die besten Nistplätze im Nordhorner Familienzoo. „Omas Partner scheint zurück, denn sie klappert bereits fleißig mit einem Storch auf dem Dach des Vechtebauernhofes. Auch die große „Storcheneiche“ wurde von den ersten Wildstörchen inspiziert.

„Wenn der erste Wildstorch bei uns gesehen wurde, geht es in der Regel Schlag auf Schlag und jeden Tag kehren weitere Störche in die Grafschaft Bentheim und damit auch in den Tierpark zurück!“ so Pressesprecherin Ina Deiting.

So wird es in den kommenden Tagen wohl viele weitere Meldungen geben, denn die Rückkehrer, die bisher noch nicht gebrütet haben, besitzen noch keine Nestbindung und vagabundieren zunächst umher. Irgendwann beginnen sie konkret damit um die vorhandenen Nistplätze zu kämpfen oder sich ein eigenes neues Nest anzulegen. Die erfahrenen Altstörche kehren hingegen direkt auf ihren angestammten Nistplatz zurück. Zwischendurch begutachten sie die vorhandenen Nester in der näheren Umgebung und „stehlen“ dort mitunter Stöckchen zur Aufbesserung ihres Eigenheimes. Ein inzwischen altbekanntes und mitunter spektakuläres Schauspiel, welches im Zoo besonders im Bereich der großen „Storcheneiche“ beobachtete werden kann.

Gespannt sind nun alle Zoomitarbeiter, wie viele Störche wohl in diesem Jahr den Tierpark Nordhorn als Brutgebiet auswählen. Während es im Jahr 2014 gerade einmal 6 Brutpaare waren, konnte man 2025 mit 42 Paaren erstmals mehr als 40 Brutpaare im Zoo zählen. In diesem Winter sind jedoch viele Störche in den Überwinterungsgebieten am Vogelgrippevirus gestorben. Es bleibt also abzuwarten, wie viele der Nester wieder besetzt werden. Der Weißstorchbetreuer der LAG Weißstorchschutz, Wilfried Jürges, wird sicherlich in den kommenden Tagen wieder viele Stunden mit seiner Kamera im Park unterwegs sein, um die Entwicklung zu dokumentieren.

Die Storchenentwicklung in der Grafschaft Bentheim

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch ca. 4500 Brutpaare in Niedersachsen. Der Bestand ging dann stetig zurück. In der Grafschaft Bentheim gab es ab etwa 1930 keine Brutpaare mehr! Bis 2007 lag der Bestand in ganz Niedersachsen noch unter 500 Paare. Seitdem hat sich der Bestand in Niedersachsen erholt, so dass im Jahr 2022 wieder 1602 Paare gezählt werden konnten.

In der Grafschaft Bentheim waren es im vergangenen Jahr 69 Nestpaare. Einen besonderen Anteil an der guten Bestandsentwicklung in der Grafschaft Bentheim haben die Störche im Tierpark Nordhorn mit insgesamt 42 Nestpaaren. Bei Storchenliebhabern sehr bekannt ist die mächtige Storcheneiche, in der ein Großteil der Nester zu finden ist. Im vergangenen Jahr lag die Anzahl in der Eiche bei 15 Nestern!

Generell versucht der Tierpark in Kooperation mit dem NABU Grafschaft Bentheim die hübschen Schreitvögel in die Flächen außerhalb des Zoogeländes zu ziehen. Durch das Aufstellen mehrerer Nester im Bereich der Vechteaue soll ihnen hier ein attraktiver Ort zur Jungenaufzucht geboten werden. Durch die Beringung einzelner Jungstörche werden die Daten komplettiert und dienen der Forschung und den Behörden als Planungsgrundlage