Waschbären bedrohen die heimische Natur
So niedlich Waschbären auch aussehen, unserer heimischen Tierwelt können sie gefährlich werden, vor allem höhlen- und bodenbrütenden Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fledermäusen. Zu ihrem Schutz ist unter bestimmten Voraussetzungen eine gezielte Kontrolle der Waschbärbestände nötig.
Der Große Brachvogel ist ein Wiesenvogel, der sein Nest im hohen Gras auf dem Boden baut. Einem hungrigen Waschbären sind die Eier oder die bereits geschlüpften Jungvögel schutzlos ausgeliefert. Die Bestände der Wiesenvögel sind durch dramatische Lebensraumverluste bereits sehr stark gefährdet. Die Anwesenheit von Waschbären kann lokal sogar zum Verschwinden der seltenen Vögel führen.
Amphibien, wie der Teichmolch oder die Erdkröte, stehen ganz oben auf dem Speiseplan der Waschbären. Besonders im Frühjahr suchen sie gezielt Gewässer auf und tasten ge schickt nach den Tieren und ihrem Laich. Die Waschbären haben sogar gelernt Erdkröten vor dem Fressen zu häuten, um so das giftige Sekret aus den Hautdrüsen zu meiden. Vielerorts haben Amphibien bereits mit der klimabedingten Trockenheit zu kämpfen. Der zusätzliche Jagddruck durch Waschbären kann lokal zum Erlöschen ganzer Vorkommen führen.
Das Einzäunen von Laichgewässern oder Brutplätzen kann Waschbären erfolgreich abhalten. In bestimmten Gebieten können heimische Arten allerdings nur durch die Entnahme der Waschbären geschützt werden. Zusätzlich müssen Maß nahmen zur Verbesserung der Lebensräume der bedrohten heimischen Arten umgesetzt werden. Ist die Entnahme von Waschbären für den Schutz heimischer Arten in einem Gebiet erfolgsversprechend, kann dies durch tierschutzgerechte Fallenjagd oder direkte Bejagung pas sieren. Es ist gesetzlich verboten einen gefangenen Wasch bären wieder in die Natur zu entlassen. Es folgt entweder die Tötung durch den Jäger oder in Ausnahmefällen die Gehegehaltung. Für einen wirksamen Schutz der bedrohten heimischen Arten im Gebiet müssen im selben Zuge aber auch andere Raubtiere, wie Rotfuchs, Mink und Marderhund entsprechend kontrolliert werden.
Beispiele für Arten, denen der Waschbär gefährlich werden kann:
- Großer Brachvogel
- Langohr-Fledermaus
- Europäische Sumpfschildkröte
- Erdkröte
- Teichmolch