PORTRAIT ZOOSCHULE

 

Die Nordhorner Zooschule hat ein Dach über dem Kopf

 

Feierliche Eröffnung eines lang ersehnten Projektes – Foyerbereich mit Zooschultieren ab Donnerstag zugänglich

 

Es ist neu, es ist modern und es beherbergt neue Tierarten die nicht nur den Zoolehrern und Kindern im Zooschulunterricht zur Verfügung stehen, sondern an 365 Tagen im Jahr von allen Besuchern bestaunt werden können.  Die Rede ist von der neuen Zooschule im Zoo am Heseper Weg und ihrem öffentlichen Foyerbereich.

Sie heißen „Franz“ und „Franzi“ und „Adam“ und „Eva“ – die Rede ist von den Bartagamen und Königspythons, die vor einigen Tagen ihr neues Domizil im Foyer der Zooschule bezogen haben. Flankiert werden sie von Gespenstschrecken aus Malaysia und Australien, die mit ihren bis zu 17 cm Länge manch einem Betrachter einen Schauer über den Rücken jagen werden! Die Tiere stehen in erster Linie den Zoolehrern für den hautnahen Tierkontakt im Rahmen der verschiedenen Zooschulprogramme zur Verfügung. Um allen Besuchern jedoch einen Einblick zu vermitteln, wurde das Foyer der neuen Zooschule für alle Gäste des Familienzoos zugänglich gestaltet. Am Mittwoch sind die notwendigen Restarbeiten erledigt und das barrierefreie Foyer ab Donnerstag geöffnet. Zusätzlich bietet hier ein Fernseher einen Live-Einblick in einen Meisennistkasten, der zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht bezogen wurde. Die Zoomitarbeiter sind aber optimistisch, dass die quirligen Blaumeisen schnell herausgefunden haben, dass es einen hübschen Luxusnistplatz am Gebäude der Zooschule gibt.

Die anderen Teilbereiche der neuen Zooschule in der Nähe des Eingangsbereiches stehen in erster Linie den Gruppen zur Verfügung, die eine Führung der Zooschule gebucht haben. Der Schulungsraum mit modernster Technik kann ebenfalls als Schulungs- oder Seminarraum gemietet werden. Der Raum ist hell und freundlich und bietet im vorderen Teil einer Schulklasse an Tischen ausreichend Platz. Hinter einer mobilen Trennwand befindet sich in erster Linie das Materiallager der Zoobegleiter, welches auch als „Experimentierraum“ genutzt werden kann. Das Lager ersetzt den alten Schrank am Betriebshof, der bisher der „Mittelpunkt“ der Zooschularbeit war. „Es ist ein Quantensprung für den Tierpark als außerschulischen Lernort“, so Tierparkleiter Dr. Nils Kramer zur veränderten Situation der Zooschule. „Wir sind sehr stolz unser gutes Angebot nun endlich in entsprechenden Räumlichkeiten und damit wetterunabhängig anbieten zu können“, so Kramer weiter.

Zur feierlichen Eröffnung der Zooschule mit etwa 80 geladenen Gästen gab es viele lobende Worte von den Gesellschaftern Stadt Nordhorn und Landkreis Grafschaft Bentheim, sowie von der Grafschafter Sparkassenstiftung, die mit der höchsten Spende ihrer Geschichte in Höhe von 200.000 das Projekt „Zooschule“ überhaupt erst realisiert hat. Der Stiftungsratvorsitzende Hubert Winter betonte in seinem Grußwort vor allen Dingen die Nachhaltigkeit und damit Sinnhaftigkeit der Stiftungsspende. „Wenn die Zoobesucher anschaulich über Flora und Fauna unterrichtet werden, wird etwas sehr sinnvolles weitergegeben und wenn Kinder begeistert sind wird Großartiges geleistet!“ Einen besonderen Dank an die Sparkassenstiftung richteten in ihren Begrüßungsreden auch Thomas Berling als Bürgermeister und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Landrat Friedrich Kethorn. Der ehemalige Vorsitzende des Verbandes deutschsprachiger Zoopädagogen Lothar Philips hatte ebenfalls viel Lob für eine so außergewöhnliche Spende und das Engagement des Nordhorner Tierparks mit weiteren 250.000 Euro Eigenleistung die Zooschule Wirklichkeit werden zu lassen. Sein Grußwort machte deutlich, wie sehr Nordhorns neue Zooschule auch bundesweit Beachtung findet.

Mit der neuen Zooschule erhält der Bildungsstandort Grafschaft Bentheim einen deutlichen Schub und durch die Ausarbeitung der Zooschulprogramme in Anlehnung an die Lehrpläne der Schulen bieten sich zukünftig vielfältige Möglichkeiten. Schon jetzt kooperiert der Zoo mit der Waldschule, der Deegfeld – und der Ludwig-Povel-Oberschule.

Nach Abschluss der Restarbeiten wird es an die Ausgestaltung des Zooschulumfeldes gehen. Hier entsteht auf der einen Seite eine „Miniatur-Wacholderheide“, die über die Naturschutzarbeit des Tierparks in der Region aufklären wird. Auf der anderen Seite werden die dem Tierpark eng verbundenen Natur- und Artenschutzverbände in einer Art „Netzwerkcamp“ die Gelegenheit bekommen sich und Schwerpunkte ihrer Arbeit vorzustellen. Diese Vernetzung verdeutlicht die Bedeutung des Tierparks als Arten- und Naturschutzzentrums als Plattform in der Umweltkommunikation.