WACHOLDERHEIDE TILLENBERGE

Um das langsame Aus des mit Wacholder– und Zwergstrauchheide bewachsenen Naturschutzgebietes Tillenberge am Rande der Stadt Nordhorn in der Grafschaft Bentheim zu begegnen, übernahm das regionale Arten- und Naturschutzzentrum Tierpark Nordhorn im Januar 1996 die Pflege und Betreuung. Die Pflegemaßnahmen werden in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises durchgeführt.

 

Bereits 1936 wurde das historisch interessante und hügelige mit Wacholderheide bewachsene Gebiet unter Schutz gestellt. Das Areal in der Nähe des Tierparks wird mit der 100-köpfigen Herde Bentheimer Landschafe des Zoos gepflegt. Durch die regelmäßige Beweidung nach einem Pflege- und Entwicklungskonzept wird die alte durch Schafweide entstandene Kulturlandschaft gepflegt und erhalten.

Vor einigen Jahrzehnten prägte dieser jetzt äußerst seltene Landschaftstyp, ein Lebensraum vieler bedrohter Arten, die gesamte Region Grafschaft Bentheim In vielen tausend Arbeitsstunden durch Zivildienstleistende, Mitarbeiter des Tierparks, freiwilligen Helfern und durch das örtliche Arbeitsamt finanzierte Mitarbeiter wurden in den letzten Jahren Pflegemaßnahmen wie z.B. das Freistellen von stark beschatteten Wacholdern, Entfernen von Anfluggehölzen und „Abplaggen“ von Heide und Humus in Kooperation mit dem Landkreis Grafschaft Bentheim durchgeführt.

Die Rasse Bentheimer Landschaf gehört zu den regionalen und vom Aussterben bedrohten Haustierrassen. Sie ist besonders zur Pflege von Heideflächen und verheideten Mooren geeignet. Durch das Umweltprojekt des Nordhorner Zoos läßt sich der Erhalt des Bentheimer Landschafes und die Pflege eines seltenen dazugehörigen Biotopes gut verknüpfen. Das Thema Natur- und Landschaftspflege mit Bentheimer Landschafen ist ein Bereich der Bildungsarbeit des Nordhorner Zoos.

Schul- und Besuchergruppen können die Bedeutung des Naturschutzes kennenlernen und verstehen, wie sich Landschaftspflege und Landschaftsnutzung durch alte Haustierrassen verknüpfen lassen. Ein weiteres Ziel ist es, die besonderen Fähigkeiten des Bentheimer Landschafes als robuster Landschaftspfleger auch zukünftig zu erhalten. Im Tierpark selbst werden am historischen Vechtebauernhof ständig Bentheimer Landschafe gezeigt, regelmäßige Sonderveranstaltungen werben für diese regionale Schafrasse. Ein besonderes Anliegen der Aktivitäten ist es, auf dass in der Region früher weit verbreitete Bentheimer Landschaf aufmerksam zu machen.

Durch die kontinuierlichen Aktivitäten mehrerer Schafzüchter besonders in der Landschaftspflege entwickelt sich diese Schafrasse inzwischen zu einem Imageträger für den Landkreis Grafschaft Bentheim. Durch die inzwischen langjährigen Pflegemaßnahmen und die Beweidung der Naturschutzflächen mit Bentheimer Landschafen konnte sich der bedrohte Rest der Kulturlandschaft Wacholderheide positiv entwickeln.

Die durch Beschattung absterbenden Wacholder (Juniperus communis), die Besenheide (Calluna vulgaris), die Krähenbeere (Empetrum nigrum) oder auch Glockenheide (Erica tetralix) haben sich inzwischen gut erholt und ausgebreitet. Im Jahr 2003 wurden erstmalig seit vielen Jahrzehnten Wacholdersämlinge entdeckt. Im Jahr 2001 wurde das Naturschutzgebiet mit seinen unterschiedlichen Lebensraumtypen von 16 auf 96 ha erweitert, etwa 20 ha davon werden mit Bentheimer Landschafen beweidet. Das robuste und anspruchslose Bentheimer Landschaf hat sich als geeigneter Landschaftspfleger bewiesen.

Auch in der Wacholderheide beim Kloster Bardel ist der Tierpark mit seinen Tieren aktiv.
Einen kleinen Einblick in die Naturschutzarbeit vor Ort bietet dieser Film über das Schulprojekt „Bardeler Wacholdertag“.