Tierpark Nordhorn – ein Rückblick und Ausblick

Eintrittspreise bleiben trotz Erweiterung stabil

 

Mit einem neuen Besucherrekord endete das 65. Jubiläumsjahr im Tierpark Nordhorn. Zum zweiten Mal in der Geschichte konnte der Familienzoo mit 409.011 die Marke von 400.000 Besuchern knacken. Die Besucherzahl des Vorjahres konnte damit knapp übertrumpft werden. „Wir freuen uns sehr!“ so Tierparkleiter Dr. Nils Kramer. „Dass wir es geschafft haben diesen hohen Besucherzuspruch gleich zweimal hintereinander zu erreichen ist grandios und zeigt, dass der Tierpark auf einem guten Weg ist.“

Der Tierpark ist mit Abstand das größte tagestouristische Ausflugziel der Region und entwickelt eine Strahlkraft weit über die Grenzen der Grafschaft hinaus. Der beschlossene Erwerb des Nachbargrundstückes „Borggreve“ ermöglicht es dem Nordhorner Familienzoo sich in den kommenden Jahren um knapp zwei Hektar zu erweitern und das Angebot weiterzuentwickeln. Bei der zukünftigen Ausrichtung ist der Nordhorner Zoo insbesondere der kindgerechten Gestaltung und seinen Hauptaufgaben Erholung und Freizeit, Arten- und Naturschutz sowie Bildung und Forschung verpflichtet. Die regionalen Besonderheiten und Traditionen erfahren dabei weiterhin eine ganz spezielle Beachtung.

Der große Besucherzustrom ist natürlich für das gesamte Team im Tierpark und seine Unterstützer wie den Förderverein gleichzeitig auch Anspruch, den erfolgreichen Kurs in den kommenden Jahren fortzusetzen. „Wir bleiben dabei aber auf dem Teppich, planen solide und verlieren vor allem unsere Zielgruppe nicht aus dem Auge!“ so Kramer weiter. „Auch wenn wir selbstverständlich die historische Chance ergriffen haben das Nachbargrundstück zu erwerben, halten wir dennoch am bewährten Kurs fest!“

 

Eintrittspreise bleiben stabil

Aus diesem Grund hat sich der Tierpark auch bewusst dafür entschieden, die übliche Preisanpassung zu Jahresbeginn einmalig auszusetzen und die Preise zunächst bewusst stabil zu halten. „Dieser Schritt war uns wichtig um allen Besuchern deutlich zu machen, dass sich durch die Erweiterung am bewährten Kurs nichts ändert. Wir sind und bleiben ein gemütlicher Familienzoo!“ so der Zoodirektor.

Wirtschaftliche Bedeutung für die Region

Mit seinen über 400.000 Besuchern generiert der Tierpark nicht nur erhebliche tagestouristische Umsätze und lockt zahlreiche Menschen in die Region, die dann an anderer Stelle weitere Umsätze tätigen, er bietet im Jahr auch mehr als 140 Personen eine Verdienstmöglichkeit. Darüber hinaus profitiert die heimische Wirtschaft stark von der kontinuierlichen Entwicklung und den ständigen Investitionen. So hat der Tierpark in den letzten Jahren weit mehr als 6 Millionen Euro in neue Gehege, Infrastruktur und ähnliches investiert. Dabei ist es dem Tierpark ein großes Anliegen diese Gelder durch Aufträge an hiesige Firmen in der Region zu halten und so den Zuspruch aus der Region auch wieder zurück zu geben.

Durch die Erweiterung des Tierparks um weitere zwei Hektar wird es auch in den kommenden Jahren eine rege Investitionstätigkeit im Familienzoo geben und die Wertschöpfung in der Region kann gestärkt werden.

Zooschule

Das Projekt „Zooschule“ befindet sich nicht zuletzt dank der großzügigen Unterstützung der Sparkassenstiftung in der Umsetzung. Je nach Witterung und entsprechendem Baufortschritt soll das Gebäude um Ostern seiner Bestimmung übergeben werden und den außerschulischen Lernort Zoo stärken. Weit mehr als 10.000 Personen nahmen im Jahr 2015 an den rund 700 Angeboten der Zooschule teil. Mit dem neuen Gebäude, welches nach modernen Standards errichtet und mit neuster Technik ausgestattet ist, erhält der Familienzoo ganz neue Möglichkeiten für seine pädagogische Arbeit. Es gibt bereits erste Kooperationen, die einen Teil des regelmäßigen Unterrichts in der neuen Zooschule durchführen und damit die Vorteile des „lebenden Klassenzimmers“ nutzen können.

Rund um die Zooschule entsteht unter dem bisherigen Arbeitstitel das „Arten- und Naturschutznetzwerkcamp“. Hier präsentieren sich zukünftig die vielen Netzwerkpartner des Tierparks, deren gemeinsames Anliegen der Arten- und Naturschutz ist. Denn dem Tierpark als regionalem Arten- und Naturschutzzentrum ist der Schutz der Umwelt vor Ort, die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure und die Öffentlichkeitsarbeit extrem wichtig.

„Das gute Netzwerk und das konstruktive Miteinander im regionalen Arten- und Naturschutz ist in der Zoowelt einzigartig!“ so Dr. Nils Kramer. „Zusammen mit unseren Partnern wollen wir dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit präsentieren!“ Aus diesem Grund führt der Tierpark zusammen seinen Partnern am 21. August 2016 erstmalig einen „Arten- und Naturschutztag“ im Familienzoo durch. Hier präsentieren nicht nur die befreundeten Verbände ihre Arbeit, die Besucher können auch viele spannende Informationen rund um die Erhaltungszucht im Tierpark erfahren. Ein Schwerpunkt ist dabei sicherlich die Leopardenkampagne. Die sehr seltenen Nordpersischen Leoparden werden vom Tierpark Nordhorn gezüchtet, um sie so vor dem Aussterben zu bewahren.

Veranstaltungen

Aber auch andere Veranstaltungen locken im kommenden Jahr sicher wieder zahlreiche Gäste in den Familienzoo. Neben den regionalen Traditionsveranstaltungen mit der „Vechtehoffamilie“ rund um den historischen Bauernhof können die Besucher beim „Schuhsohlenbacken“ mit den Freunden, Förderern und Nachbarn des Tierparks alte Grafschafter Bräuche kennenlernen.

Auch die Falknervorführungen, das Sommerfest, der „Zootag“, der Kinder- und Imkertag, der Vechtehoftag und der Weihnachtsmarkt finden wieder wie jedes Jahr statt. Als Besonderheit in diesem Jahr wird es am 11. Und 12. Juni wieder das „Grafschafter Gartenfest“ im Tierpark geben, sowie bereits vom 27. bis 29. Mai den Auftritt der Interessengemeinschaft Arbeitspferd mit ihren großen Kaltblütern.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wiederholt der Tierpark am 3. September auch die 2015 erstmalig durchgeführte „Stofftierklinik“. Die kleinen Besucher können dann mit ihren kranken und verletzten Stofftieren zum Zootierarzt und diese einmal gründlich untersuchen lassen.

Tierische Highlights

Nachdem in den vergangenen Jahren mit den Waldrappe, den Weißrüsselnasenbären und den Erdmännchen gleich mehrere neue Tierarten im Tierpark begrüßt werden könnten, konzentriert sich der Tierpark im kommenden Jahr auf den Abschluss bereits begonnener Projekte wie der Zooschule und natürlich auf die Erweiterungsfläche.

„Die Erweiterung bietet sicherlich das Potential für neue attraktive Tierarten!“ so Tierparkleiter Dr. Nils Kramer. „Wir setzen uns mit vorschnellen Äußerungen aber nicht selbst unter Druck, sondern halten am bewährten Kurs fest. Ein Schritt nach dem anderen!“

„Natürlich wird es in den nächsten Jahren weitere attraktive neue Tierarten geben!“ so Kramer weiter. Aber eine Festlegung zum jetzigen Zeitpunkt wäre vorschnell und wenig zielführend. „Aber so viel darf verraten werden, wir fangen klein an.“ fügt er lächelnd hinzu. „Mit den imposanten Jakobsschafen, einer Schafrasse mit 4 Hörnern, wird es auf den Wiesenflächen sicherlich auch in diesem Jahr bereits Neues zu sehen geben.“

Auch im laufenden Jahr steht die „Leopardenkampagne“ im Mittelpunkt der Marketingaktivitäten. Denn bereits vor der Erweiterung stand fest, dass für diese seltenen Großkatzen in den nächsten Jahren ein neues Zuhause geschaffen werden soll. Zusammen mit dem sehr aktiven Förderverein sollen in der nächsten Zeit die Mittel für den Neubau der Leopardenanlage aufgebaut werden und so die Bemühungen um die Erhaltungszucht dieser seltenen Katzen vorangetrieben werden.

Erweiterung

Bis der Tierpark den ehemaligen Betrieb „Borggreve“ offiziell übernimmt, dauert es noch ein paar Wochen, auch wenn der Restaurantbetrieb zum 31.12. bereits eingestellt wurde. Es gibt schon eine Menge Ideen für die Nachfolgenutzung dieses „Herzstücks“ im Tierpark. „Wir arbeiten intensiv an den Konzepten zur Folgenutzung der bestehenden Gebäude, wir planen und kalkulieren“ so Geschäftsführer Nils Kramer. „Aber auch hier wollen wir nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen!“

Bevor es an die Realisierung von ersten Projekten auf dem neuen Gelände geht, müssen die notwendigen Vorarbeiten wie zum Beispiel die Einzäunung des Geländes, Reparatur und Instandhaltungsmaßnahmen getroffen werden. Auch das vorhandene Leitungsnetz muss aufeinander abgestimmt werden. Hierfür geht allein aufgrund der Größe der Fläche noch einige Zeit ins Land. Und natürlich sollen die Projekte durchdacht und keine Schnellschüsse sein.

Fest steht, dass die zwei Hektar in den nächsten Jahren ganz im Sinne des Familienzoos entwickelt werden.

Ausblick

Dank der guten kontinuierlichen Entwicklung des Tierparks in den letzten Jahren und der großen Unterstützung seitens der Gesellschafter steht der Tierpark heute so sehr gut dar und kann die vor ihm liegenden Aufgaben mit Elan schultern.

 

 

Foto:

Franz Frieling: Die Vorarbeiter des Nordhorner Tierparks auf der Baustelle der Zooschule. Angrenzend an das Gebäude entsteht das „Arten- und Naturschutznetzwerkcamp“.